07.06.2018

Verkehrsüberwachung auf Autobahnen und Landstraßen

VITRONIC und VETRO auf dem Bundeskongress Kommunale Verkehrssicherheit

Die Erhöhung der Verkehrssicherheit ist ein äußerst wichtiges Vorhaben und steht im direkten Zusammenhang mit europäischen Verkehrssicherheitszielen – Stichwort Vision Zero. Diesem wichtigen Thema widmete der Behörden Spiegel am 4. und  5. Juni 2018 mit dem Bundeskongress “Kommunale Verkehrssicherheit” ein eigenes Veranstaltungsformat, das insbesondere Bürgermeister, Verwaltungsführungskräfte, Vertreter von Polizei und Ordnungsämtern über die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Bereich der Verkehrssicherheit informiert.

Unfallzahlen sprechen eindeutige Sprache

Thomas Fabricius, Leiter Vertrieb und Marketing, VETRO Verkehrselektronik GmbH, VITRONIC Gruppe, sprach anlässlich der Veranstaltung  zum Themenkomplex „Enforcement Trailer – semi-stationäre Geschwindigkeitsüberwachung“.  Dabei legte er einen besonderen Fokus auf das Unfallaufkommen auf Landstraßen und Autobahnen. Hier ist die Notwendigkeit kontinuierlicher Verkehrsüberwachung besonders evident, denn laut der Erhebung des Statistischen Bundesamts war 2017 das unfallreichste Jahr seit der deutschen Vereinigung mit über 2,6 Millionen Unfällen. Das sind fast  53.000 mehr als im Vorjahr.

Dabei  gibt es die meisten Verkehrstoten auf Landesstraßen:  im Jahr 2017 starben dort 853 Menschen. Im Vergleich dazu waren es auf Autobahnen 409 Personen. Menschliches Fehlverhalten ist für 360.869 Unfälle verantwortlich. Hierzu gehört auch der gesamte Themenkomplex überhöhter Geschwindigkeit. Denn nicht angepasste Geschwindigkeit ist die Hauptunfallursache mit alleine 3.990 Unfällen im Dezember 2017. Fakt ist zudem, dass laut Studie „Speed and Crash Risk“ 2018 die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit zu weniger Unfällen und weniger Schwerverletzten führt und konsequente Verkehrsüberwachung zu einer Reduzierung der Durchschnittsgeschwindigkeit beiträgt. Gleichzeitig ist offensichtlich, dass kontinuierliche Verkehrsüberwachung auf Autobahnen und Landesstraßen eine Herausforderung darstellt und ressourcenintensiv ist.

Verkehrssicherheit - Zeit zu handeln

Dies kann jedoch keine Ausrede dafür sein, keine weiteren Anstrengungen zu unternehmen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Das liegt vor allem daran, dass andere Entwicklungen neue Herausforderungen heraufbeschwören. So nimmt der Güterverkehr auf deutschen Straßen bis 2030
um 39 Prozent zu. Dieser Zustand bildet mit der Tatsache, dass es die Behörden schon heute 430 Baustellenprojekte – Tendenz steigend – melden, einen perfekten Sturm. Besondere Probleme bestehen nämlich innerhalb von Autobahnbaustellen an Überleitungen und Verschwenkungen sowie an Behelfs-Anschlussstellen. Hier kommt es bis zu sechs Mal häufiger zu Unfällen als auf Autobahnabschnitten ohne Baustellen. Das Ende von Baustellen mit Verschwenkung und Aufhebung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erweist sich ebenfalls als besonders unfallauffällig.

Umso wichtiger ist es, dass die Geschwindigkeit innerhalb von Baustellen eingehalten wird! Ähnlich und schlimmer sieht es auf Landstraßen aus. Das Risiko, tödlich zu verunglücken, ist hier mehr als doppelt so hoch wie auf anderen Straßen. Dies liegt daran, dass ländliche Routen landschaftlich oft reizvoll sind und  viele Fahrer daher keinerlei Unsicherheitsgefühle entwickeln. So wundert es nicht, dass nicht angepasste Geschwindigkeit auf Landstraßen nach wie vor die häufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle ist.

Zeit für den ENFORCEMENT TRAILER

Eine Lösung für die Verbesserung der aktuellen Unfallsituation und eine Reaktion auf die Entwicklungen in der Zukunft ist der Einsatz des ENFORCEMENT TRAILERS von VITRONIC. Er vereint die Vorteile stationärer und mobiler Messung und entlastet Polizeikräfte und Ordnungsbehörden durch autonomen, personallosen Betrieb. Zudem ermöglicht er Kontrollen an Gefahrenstellen, an denen es bisher kaum oder nur mit erheblichem Aufwand möglich war. Der ENFORCEMENT TRAILER ist mit sämtlichen Geräten der POLISCAN-Familie zu verwenden und ermöglicht autonomen Messbetrieb bis zu zehn Tage.

Dabei ist durchgehender Messbetrieb durch Batterietausch vor Ort möglich und es existiert eine Datenanbindung zur automatischen Fallübertragung. Monitoring zur drahtlosen Überwachung des Betriebszustandes und erhöhter Vandalismusschutz inklusive Alarmanlage mit Fernmeldefunktion sind weitere positive Charakteristika der Lösung.

Einsatzbeispiele für den ENFORCEMENT TRAILER

Erste Einsatzbeispiele belegen die Wirksamkeit und Notwendigkeit der Maßnahme autonomer Verkehrsüberwachung auf Autobahnen. Innerhalb einer Autobahnbaustelle an der A52 wurden fast 2.000 Verstöße pro Woche und insgesamt 4.074 Verstöße innerhalb von vier Wochen registriert. Die höchste gemessene Geschwindigkeit betrug  174 km/h bei erlaubten 80 km/h. Der zuständige Abteilungsleiter kam in diesem Kontext zu der Aussage: „Unsere Bauarbeiter fühlen sich an der A 52 sicherer, wenn die Geschwindigkeit überwacht wird“. Der ENFORCEMENT TRAILER machte dies möglich.

In einem anderen Fall ging es um eine Fahrbahnverengung aufgrund einer Baustelle. So gab es auf der A4 zwischen Friedewald und Wildeck-Hönebach ein erhöhtes Unfallrisiko durch eine Unstetigkeitsstelle bzw. unharmonische Trassenführung. Innerhalb von fünf Wochen wurden 53.000 Verstöße registriert. Die höchste gemessene Geschwindigkeit betrug 200 km/h bei erlaubten 80 km/h für Autos bzw. 60 km/h für Lastwagen. Die Verkehrsüberwachung wurde vor allem notwendig, da seit Mai 2016 über 50 Verkehrsunfälle, darunter einige mit schweren Folgen, registriert wurden.

Auch auf der A 7 zwischen den Anschlussstellen Homberg/Efze und Bad Hersfeld West konnte der ENFORCEMENT TRAILER sein Potenzial entfalten. Hierbei handelt es sich um eine Unfallhäufungsstrecke durch 7,7 Prozent Gefälle und stark kurvenläufige Streckenführung. Die Messungen ergaben 11.500 Verstöße in zehn Tagen, d.h. rund 1.150 Fahrzeuge pro Tag. Die Geschwindigkeit wurde fast minütlich überschritten. Die Fuldaer Zeitung kam zu der Erkenntnis, dass durch die Dauerüberwachung durch den Trailer ist die Quote der Geschwindigkeitsverstöße […] gesunken ist. Kaum aber war der Trailer jedoch wieder abgebaut, erreichte die Quote einen neuen Höchstwert.

ENFORCEMENT TRAILER an der Landstraße

Auf Landstraßen lassen sich ähnliche Effekte beobachten. Exemplarisch hierfür stehen die Ergebnisse aus zwei Messreihen auf Hochgeschwindigkeitsstrecken. Messstandort 1 befand sich in Niedersachsen. Es handelte sich dabei um eine alleenartige Landstraße mit beidseitigem Baumbestand. Registriert wurden 233 Übertretungen pro Tag bei 1.039 gemessenen Fahrzeugen. Dies entspricht einer Quote von 22,43 Prozent. Messstandort 2 lag in Mecklenburg-Vorpommern und zeichnete sich durch zum Teil beidseitigen Baumbestand sowie langen,  geraden Straßenverlauf aus. Hier gab es 232 Übertretungen pro Tag  bei 2.155 gemessenen Fahrzeugen was 10,77 Prozent Übertretungsquote gleichkommt.

Die Zahlen belegen eindeutig die Notwendigkeit zu handeln und das Vorhandensein von technologiebasierten Lösungen. Hier finden Sie detaillierte Informationen zum ENFORCEMENT TRAILER und zu den Einsatzmöglichkeiten.



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